Die Wasserrettungsstation Heisterberger Weiher

In einem Tal zwischen den Ortschaften Heisterberg, Gusternhain und Driedorf liegt der Heisterberger Weiher. Ein relativ kleiner, ruhiger, romantischer See, der jährlich einige tausend Badefreunde aus näherer und weiterer Umgebung zum Badeausflug und Urlaub einlädt. Der Heisterberger Weiher erlangte im Jahre 1994 bundesweite Bekanntheit, als gerade hier mit einem großen Polizeiaufgebot zwei Geiselnehmer festgenommen werden konnten.
Eben an diesem See betreibt der DLRG Bezirk Dill e.V. seit dem Jahre 1947 einen regelmäßigen Rettungswachdienst. Alles fing damit an, dass anno 1947 erstmalig in den Sommerferien ein Kreisjugendlager am Heisterberger Weiher errichtet wurde. In der Anfangszeit fand der Rettungswachdienst ausschließlich in den Sommerferien statt. Da jedoch Bade und Bootsbetrieb in den folgenden Jahren stetig zunahmen, wurde der Rettungswachdienst auf die Wochenenden der Sommermonate und die Sommerferien ausgedehnt. Im Jahre 1955 wurde seitens der DLRG ein eigener Wachturm errichtet, der jedoch später dem Bau eines Hauses für den Bootsverleih weichen musste. Als Ersatz wurde auf dem Gebäude ein Ausguck geschaffen, der heute noch besteht. 
Vom Zweckverband Heisterberger Weiher wurden anno 1962 den beiden Hilfsorganisationen, DLRG und DRK, im neu errichteten Funktionsgebäude eigene Räumlichkeiten als Wachstation zur Verfügung gestellt. Diese fielen in ihrer Größe jedoch so bescheiden aus, dass die DLRG ihre "Wachstation" als Multi­funktionsraum (Lagerplatz für Material, Wachraum, Schlafraum) nutzen musste. Unter diesen Umständen wäre ein Rettungswachdienst in der heutigen Zeit nicht mehr vertretbar. Die Gemeinde Driedorf als neuer "Hausherr" stellte der DLRG 1979 einen weiteren Raum zur Verfügung. Durch den neuen Raum konnten die Rettungsgeräte ausgelagert und der vorhandene Raum mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Driedorf "wohnlich" hergerichtet werden. Für die aktiven DLRG'ler entstand somit neben der Rettungsstation Krombachtalsperre eine zweite "komfortable" Wachstation, die nun wieder gern besetzt wurde.

Für DLRG und DRK werden in dem ehemaligen Kiosk in der Nähe des Campingplatzes Räumlichkeiten für beide Hilfsor­ganisationen eingerichtet. Die Nutzung der sanitären Anlagen erfolgt gemeinsam. In den Wintermonaten 1994/1995 entstand der Rohbau der Wachstation. Der Innenausbau wurde durch die Hilfsorganisationen in eigener Regie durchgeführt. Die Gemeinde Driedorf und der Pächter, Herr Rolf Thomas, unterstützten den Bau und Ausbau der neuen Wachstation mit materieller, personeller und finanzieller Hilfe. Die Wachstation Heisterberger Weiher gliedert sich heute in einen Schlafraum mit zwei Doppelstockbetten, einen Wachraum mit Aufenthalts­und Kochbereich und der Möglichkeit zur Versorgung von Verunglückten. Die Nutzung der sanitären Anlagen erfolgt gemeinsam von DLRG und DRK. Als Vorteil für den Rettungswachdienst erweist sich auch, dass hier die Möglichkeit bestand zur Installation eines Telefons, welches im Einsatzfall schneller zur Anforderung eines Notarztes bzw. Rettungswagens genutzt werden kann als die etwas abseits gelegenen öffentlichen Telefonzellen.

Zum Schluss soll noch an ein paar Zahlen verdeutlicht werden, wie notwendig der Rettungswachdienst am Heisterberger Weiher ist: Durchschnittlich an jedem 3. Wachwochenende wurde eine Erste Hilfe Maßnahme durchgeführt. Die Hilfeleistungen reichen von Schnittverletzungen, Hitzeschäden, Alkoholmissbrauch bis zu Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen.

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