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Katastrophenschutzübung in Haiger

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Den Katastrophenfall haben gestern über 800 Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen des Lahn-Dill-Kreises in Haiger geprobt. Rund 150 Darsteller spielten Verletzte, die unter anderem aus einem "zusammengestürtzten Haus" gerettet werden mussten. Insgesamt wurden 14 Ernstfälle nachgestellt. eingebunden waren auch Rettungsorganisationen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Übung war Abschluss der Aktionswohe "Im Dienste der Sicherheit - gemeinsam für den Bürger."

Retter und Mimen proben Katastrophe

Haiger. Ein Zugunglück, mitten im Haigerer Güterbahnhof: Menschen schreien, in einem Waggon der Hellertalbahn liegen blutüberströmte Verletzte. In Wahrheit sind sie alle kerngesund. Und das ist nur rote Farbe. Denn das Szenario, bei dem über 20 Menschen "schwer verletzt" wurden, war nur angenommen und von Mimen gespielt. Es war teil der großen Katastrophenschutzübung des Lahn-Dill-Kreises in Haiger. 800 Rettungskräfte beendeten gestern damit die Aktionswoche "Im Dienste der Sicherheit - gemeinsam für den Bürger."

Das Zugunglück bildete den Abschluss einer Übung, die Einblicke in die Arbeit von Hilfsorganisationen gewährte. Vom Morgen bis zum Nachmittag konnten Neugierige den Einsatzkräften über die Schultern schauen – „gaffen“ war ausnahmsweise ausdrücklich erwünscht. Feuerwehren, das Deutsche RoteKreuz (DRK), der Malteser Hilfsdienst, das Technische Hilfswerk (THW), Landes- und Bundespolizei, der Rettungsdienst Eschenburg und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) probten den Ernstfall, allerdings in einer bisher noch nie dagewesenen Übung: Erstmals hatte man nicht ein großes Szenario angelegt, sondern auf eine ganze Reihe von Unfällen gesetzt. An 14 unterschiedlichen Szenarien an verschiedenen Stellen in der gesamten Innenstadt und in Flammersbach stellten sich die Einsatzkräfte den Zuschauern vor.
Durch die Lage der Stadt im Dreiländereck hatte man auch

  •   150 Schauspieler und Vorbereiter sorgten dafür, dass es reichlich "Verletzte" gab

    In den einzelnen Unfallsituationen auf dem Paradeplatz, auf und rund um den Marktplatz, im Rathaus, in der Mühlenstraße, in der Hauptstraße, am Güterbahnhof sowie im Ärztehaus spielten anfangs aber nicht die Helfer die Hauptrollen: Gut 150 Mimen und Vorbereiter sorgten dafür, dass die Szenarien möglichst realistisch dargestellt wurden. Ob nachgestellten Verkehrsunfälle, das Feuer im Rathaus, die Menschenrettungen aus dem Aubach und dem Löschteich in Flammersbach, ein Küchenbrand, eine Personensuche, ein Brand in einer Tiefgarage, eine Personenbergung nach einer Gasexplosion und das „Zugunglück“ – die Verletztendarsteller waren bestens geschminkt und präpariert.
    Gut gelaufen ist die Katastrophenschutzübung auch für die Einsatzkräfte der Organisationen, die in Haiger ihre Leistungsfähigkeit deutlich gezeigt haben. Zoubek: „Man hat der Bevölkerung nahe gebracht, wie Hilfe abläuft, und dass sie notwendig ist.“
    Unterstützung hatten Kreisbrandinspektor Rupert Heege und sein Teamvon der Einsatzleitung auch vom Wetzlarer Ortsverein des Deutschen Amateur-Radioclubs (DARC) erhalten: Die Männer versorgten die rollenden „Kommandozentralen“ mit Bildern von jeder Einsatzstelle, so dass man schnell auf die jeweilige Situation reagieren konnte.
    Hilfe gab es auch aus der Luft: Als Ersatz für den Hubschrauber der Bundespolizei, der nicht in Haiger, dafür aber für den Bundespräsidenten flog, hatte die Landespolizei ihren Helikopter „Ibis 3“ über den Güterbahnhof entsandt.

  • „Unterstützung“ aus den benachbarten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geholt. Etwa 100 Hilfskräfte aus den Nachbarkreisen waren in die Szenarien eingebunden. Und das kreis- und bundesländerübergreifende Zusammenspiel habe gut funktioniert, erklärte gestern Abend Haigers Bürgermeister Gerhard Zoubek.

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